Auszeichnung
Das Werte Schwein
Die Auszeichnung “Das Werte Schwein” wird im Laufe des Jahres 2012 eingeführt. Wir entwickeln gegenwärtig die Kriterien für diese Auszeichnung und freuen uns, wenn Sie dabei mit uns zusammenarbeiten möchten.
Wir haben vor, Unternehmen auszuzeichnen, die spürbare Verbesserungen beim Schutz von Schweinen erzielt haben. Weil wir die komplexen Anforderungen der Schweineproduktion verstehen, wird es drei Abstufungen geben: Bronze, Silber und Gold.
Hintergrund
Jedes Jahr werden weltweit rund 1,3 Milliarden Schweine für die Fleischproduktion geschlachtet. Über die Hälfte dieser Schweine wird in Asien gehalten. Allein in China werden über 40% aller Schweine weltweit gezüchtet. Die nächstgrößten Schweineproduzenten sind die Europäische Union (wo über 250 Millionen Schweine pro Jahr geschlachtet werden), Nordamerika (rund 112 Millionen pro Jahr) und Brasilien (über 33 Millionen pro Jahr). Die Mehrheit aller Schweine wird für die Fleischproduktion gezüchtet. Nur ein geringer Anteil wird zur Zucht (Muttersäue und Zuchteber) gehalten. Obwohl Schweine immer noch in Hinterhöfen und in Freilandhaltung gehalten werden, besonders in Entwicklungsländern, kommt über die Hälfte des Schweinefleisches weltweit aus der Intensivhaltung.
Schweine in der industriellen Tierhaltung
Schweine in konventioneller Haltung werden meistens:
1. in überfüllten Buchten ohne Einstreu gehalten, die ihre Bewegungsfreiheit stark einschränken.
2. Muttersäue werden während der Schwangerschaft in Kastenständen gehalten und kommen kurz vor der Geburt der Ferkel in noch engere Abferkelgitter.
3. routinemäßig verstümmelt (Abkneifen der Schwänze, Abschleifen der Eckzähne), um anormale Verhaltensweisen, die durch die Bedingungen der Massentierhaltung hervorgerufen werden, zu unterbinden. (Informationsstand April 2010 – Compassion in World Farming).
Warum Teilnehmen?
Mit dem Tierschutzpreis Das Werte Schwein zeichnen wir Lebensmittelhersteller und -produzenten, Gastronomen, Lebensmitteleinzelhändler und Organisationen des öffentlichen Sektors dafür aus, Schweinefleisch aus tierschutzgerechterer Zucht und Haltung zu beziehen.
Den meisten vorausdenkenden Unternehmen ist bewusst, dass sie nicht alles allein erreichen können und nicht alle Antworten selbst finden müssen. Strategische Partnerschaften mit Organisationen wie Compassion und der Albert Schweitzer Stiftung können Unternehmen dabei helfen, schneller zu lernen und bessere Lösungen zu entwickeln. Die Auszeichnungen sind eine großartige Möglichkeit für Unternehmen, ihr Markenimage zu erhöhen und gleichzeitig eine kontinuierliche Verbesserung ihrer täglichen Betriebsabläufe zu erreichen.
Tierschutzgerechtere Alternativen
Es gibt Alternativen zur Intensivtierhaltung in der Schweinemast, bei denen höhere Tierschutzstandards eingehalten werden und die wirtschaftlich erfolgreich sind. Im Vereinigten Königreich erhalten Säue in der Innenhaltung oft Stroh als Einstreu und zum Wühlen und Kauen. Rund 40% der Säue in Großbritannien werden im Freien gehalten und bringen ihre Ferkeln in Hütten zur Welt.
Extensive Stallhaltung
Bei diesen Systemen werden Schweine auf festen Böden mit Stroh oder anderen natürlichen Materialien gehalten. Bei den besseren Systemen bringen die Säue ihre Jungen nicht in Abferkelbuchten sondern in Ställen zur Welt, in denen sie mehr Bewegungsfreiheit haben. Obwohl sie nicht im Freiland gehalten werden, haben die Schweine mehr Möglichkeiten, ihren natürlichen Verhaltensweisen nachzugehen, und können sich einigermaßen frei bewegen. Tierdichte, Kämpfe, Langeweile und Schwanzbeißen sind reduziert.
Kombinierte Stall- und Freilandhaltung
Bei diesen Systemen werden die Säue im Freien gehalten und haben als Schutzraum und zum Abferkeln mit Stroh ausgelegte Hütten. Die Ferkel werden in Ställen unter extensiven oder intensiven Bedingungen aufgezogen, entweder nach dem Abstillen im Alter von circa 4 Wochen (Freilandzucht) oder später zur Mast nach einer Wachstumsphase im Freien (Freilandhaltung). Die Zuchtsäue haben eine höhere Lebensqualität und können im Freien ihren natürlichen Verhaltensweisen wie Nestbauen, Wühlen, Suhlen und Herumstöbern nachgehen. Die Ferkel verbringen einen Teil ihres Lebens in tierschutzgerechteren Haltungssystemen, und wenn sie zur Mast in Ställen untergebracht werden, geschieht dies meist in tierschutzgerechteren Systemen.
Freiland- und Biohaltung
In den besten Freiland- und Bio-Schweinefarmen werden die Säue und heranwachsenden Schweine für den größten Teil ihres Lebens im Freien gehalten. Einige verbringen ihr gesamtes Leben im Freien auf Weideland. Die Ferkel bleiben länger bei ihren Müttern (sechs bis acht Wochen). Tiere, die sich nicht kennen, werden seltener gemeinsam gehalten und die Schwänze der Schweine werden nicht kupiert (Bio- und teilweise Freilandhaltung). Die Schweine leiden weniger unter Entwöhnungsstress, haben mehr Platz und werden weniger sozialen Stresssituationen und Konflikten ausgesetzt. Sowohl die Säue als auch die Mastschweine haben die Möglichkeit, ihren natürlichen Verhaltensweisen nachzugehen.
Für die Qualifizierung relevante Bereiche
Wie bereits erwähnt, würden wir uns über Ihre Unterstützung und Ihr Feedback freuen, um sowohl anspruchsvolle als auch realistische Ziele zu formulieren. Setzen Sie sich noch heute mit dem Team für die Zusammenarbeit mit der Lebensmittelindustrie in Verbindung.

