Auszeichnung
Das Werte Huhn
Die Auszeichnung “Das Werte Huhn” führen wir für den deutschsprachigen Markt im Jahr 2011 ein, um Unternehmen zu ehren, die Hühner aus tierschutzgerechterer Haltung verwenden oder sich dazu verpflichten, dies innerhalb von zwei Jahren zu tun.
Hintergrund
Weltweit werden jährlich insgesamt rund 50 Milliarden Hühner für die Fleischproduktion geschlachtet, darunter neun Milliarden in den USA und rund sechs Milliarden in Europa. Weltweit werden über 70% aller Masthühner in industrieller Massentierhaltung aufgezogen. In Europa und den USA ist dieser Anteil noch größer, und in den Entwicklungsländern nimmt er schnell zu.
Hühner in der industriellen Tierhaltung
Konventionelle Masthühner werden meist:
1. so gezüchtet, dass sie möglichst schnell wachsen und Gewicht zulegen.
2. im Alter von einem Tag in großen Hallen untergebracht. Sie haben während ihrer gesamten Lebenszeit keinen Zugang ins Freie.
3. so gehalten, dass sie ihr Schlachtgewicht (etwas über 2 kg) normalerweise in weniger als sechs Wochen erreichen, während herkömmliche Masthühner rund 12 Wochen dafür benötigen.
4. in Ställen aufgezogen, die mit nichts anderem ausgestattet sind als Futter- und Trinkstellen sowie Einstreu (z.B. Sägespäne), um die Exkremente der Hühner aufzunehmen. Normalerweise bleiben die Hallen ohne Frischluft und werden künstlich belüftet und beleuchtet, sodass die Vögel niemals das Tageslicht sehen oder frische Luft bekommen. (Informationsstand April 2010 – Compassion in World Farming).
Warum Teilnehmen?
Mit dem Tierschutzpreis Das Werte Huhn zeichnen wir Lebensmittelhersteller und -produzenten, Gastronomen, Lebensmitteleinzelhändler und Organisationen des öffentlichen Sektors dafür aus, Hühnerfleisch aus tierschutzgerechterer Zucht und Haltung zu beziehen.
Den meisten vorausdenkenden Unternehmen ist bewusst, dass sie nicht alles allein erreichen können und nicht alle Antworten selbst finden müssen. Strategische Partnerschaften mit Organisationen wie Compassion und der Albert Schweitzer Stiftung können Unternehmen dabei helfen, schneller zu lernen und bessere Lösungen zu entwickeln. Die Auszeichnungen sind eine großartige Möglichkeit für Unternehmen, ihr Markenimage zu erhöhen und gleichzeitig eine kontinuierliche Verbesserung ihrer täglichen Betriebsabläufe zu erreichen.
Tierschutzgerechtere Haltungssysteme
Bei diesen Systemen werden die Hühner innen gehalten, haben aber mehr Platz und wachsen oft langsamer. So schreibt zum Beispiel der Freedom-Food™-Standard der RSPC in Großbritannien eine maximale Besatzdichte von 30 kg/m² und eine Wachstumsrate von weniger als 45g Lebendgewichtzunahme pro Tag vor. Die Stallumgebung ist oft artgerecht ausgestaltet, zum Beispiel mit Strohballen, Sitzstangen und Pickobjekten wie Fäden oder ganzen Kohlköpfen, um die Vögel zur Bewegung zu animieren und ihnen die Möglichkeit zur Futtersuche und zum Ausruhen zu geben.
Freilandhaltung
Bei diesen Systemen haben die Hühner tagsüber Zugang ins Freiland, und es handelt sich oft um Rassen, die etwas langsamer wachsen als Intensivhühner. In der EU müssen die Vögel bei der Schlachtung mindestens 56 Tage alt sein. Die maximale Besatzdichte im Stall beträgt 27,5 kg/m². Darüber hinaus muss jedes Huhn mindestens 1 m² Platz im Freien haben.
Bio-Produktion und tierschutzgerechtere Freilandhaltung
Bei diesen Systemen werden gewöhnlich langsamer wachsende Hühnerrassen verwendet, die länger leben als Hühner in der industriellen Massentierhaltung. Die Bio-Standards der EU sowie die deutschen Neuland-Standards legen eine maximale Besatzdichte von 21 kg/m² im Stall und mindestens 4 m² pro Vogel im Freien fest. Höhere Besatzdichten (bis zu 30 kg/m² allerdings auch 2,5 m² pro Vogel im Freien) werden im Bio-Bereich zugelassen, wenn die Hühner in kleinen mobilen Hühnerhäusern gehalten werden, die ihnen Zugang zum Freiland ermöglichen. Das Freigelände wird oft durch Bäume und Büsche verbessert, die den Vögeln als Schutz und Schattenspender dienen. (Informationsstand März 2010 – Compassion in World Farming).
Qualifizierung:
Bisherige Preisträger finden Sie hier.
Wenn Sie noch Fragen haben, setzen Sie sich bitte noch heute mit unserem Team für die Zusammenarbeit mit der Lebensmittelwirtschaft in Verbindung.

