Auszeichnung
Das Goldene Ei
Seit 2007 verleihen wir den Tierschutzpreis “Das Goldene Ei” an Unternehmen, die ausschließlich Eier oder Eiprodukte von Hennen aus käfigfreien Haltungsystemen verwenden oder sich verpflichten, auf diese Haltungsformen umzustellen.
Hintergrund
Die Eier dieser Hennen werden entweder als Ganzes verkauft, oder von Restaurants und Lebensmittelherstellern in verarbeiteten Lebensmitteln wie Suppen, Saucen, Fertiggerichten, Kuchen, Plätzchen und Nachspeisen verwendet. Hennen beginnen im Alter von 18–20 Wochen regelmäßig Eier zu legen und werden in kommerziellen Systemen nach einer Legeperiode von rund einem Jahr als “ausgediente Hennen” geschlachtet.
Massenproduktion von Eiern
Legehennen werden meist:
1. in kleinen Legebatterien gehalten. In der EU werden gewöhnlich 4 bis 5 Hennen in einem kahlen Käfig gehalten. Die gesetzlich vorgeschriebene Fläche pro Henne beträgt lediglich 550 cm². Diese Fläche ist kleiner als eine normale A4-Seite (620 cm2). In den USA und in Asien ist die für jede Henne vorgesehene Fläche sogar noch kleiner.
2. in einem Käfig gehalten, der mit nichts anderem als Futter- und Wasserstellen ausgestattet ist und einen schrägen Gitterboden hat, von dem die Eier abrollen, damit sie besser eingesammelt werden können. Die Käfige sind in mehreren übereinander gelagerten Reihen und Etagen aufgestellt. In jeder Einheit werden Tausende von Hennen gehalten.
3. in Käfigen gehalten, die sich gewöhnlich in fensterlosen Schuppen mit künstlicher Belüftung und Beleuchtung befinden.
4. unter schlecht beleuchteten Bedingungen gehalten, um die Aktivität und Aggression der Hennen zu reduzieren. Das Licht bleibt jedoch im Winter in der dunklen Zeit eingeschaltet, damit die Hennen über das ganze Jahr hinweg Eier legen.
5. werden unter Bedingungen gehalten, in denen sie nie natürliches Licht oder frische Luft erleben. Sie dürfen ihre Käfige niemals verlassen, bis sie zur Schlachtung abtransportiert werden. (Informationsstand April 2010 – Compassion in World Farming).
Warum Teilnehmen?
Den meisten vorausdenkenden Unternehmen ist bewusst, dass sie nicht alles allein erreichen können und nicht alle Antworten selbst finden müssen. Strategische Partnerschaften mit Organisationen wie Compassion und der Albert Schweitzer Stiftung können Unternehmen dabei helfen, schneller zu lernen und bessere Lösungen zu entwickeln. Die Auszeichnungen sind eine großartige Möglichkeit für Unternehmen, ihr Markenimage zu erhöhen und gleichzeitig eine kontinuierliche Verbesserung ihrer täglichen Betriebsabläufe zu erreichen.
Tierschutzgerechtere Alternativen
Bei diesen Systemen werden die Hennen in Ställen mit einer einzigen Ebene oder mehreren Plattformreihen gehalten. Die Besatzdichte ist in der EU auf neun Hennen pro Quadratmeter Nutzfläche beschränkt. Die Ställe verfügen auch über Nistkästen und Einstreu auf dem Boden. Im Vergleich zur Käfighaltung haben die Hennen in diesen Systemen eine weitaus größere Bewegungsfreiheit und können ihre Flügel strecken, flattern und fliegen. Sie erhalten außerdem die Möglichkeit, mehr natürliche Verhaltensweisen wie Picken, Scharren und die Eiablage im Nest auszuleben.
Freilandhaltung und Bio-Produktion
Bei der Freilandhaltung werden die Hennen unter ähnlichen Bedingungen wie in der Bodenhaltung gehalten, doch sie haben außerdem Zugang nach draußen. In der EU muss die Freilandhaltung eine Außenfläche von mindestens 4 m² pro Henne bieten. Die besten Systeme haben kleine Gruppengrößen, leichten Zugang nach draußen und Schattenspender. So trauen sich die Hennen ins Freie und sind vor Feinden geschützt. Bei der Bio-Produktion haben die Hennen mehr Platz im Stall (sechs Hennen pro Quadratmeter). Einige Standards schreiben auch mehr Platz für die Tiere im Freien vor. Bei Hennen in der Bio-Produktion wird der Schnabel gewöhnlich nicht gekürzt. Die Freiland- und Biohaltung bietet den Hennen weitaus mehr Möglichkeiten, sich frei zu bewegen und ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben. Die Tiere können im Freien ihre Umgebung erkunden und nach pflanzlichem und tierischem Futter suchen, das auch den Nährwert ihrer Eier verbessern kann.
Qualifizierung:
Details zu unseren Kriterien finden Sie in unserem Bewerbungsformular (Bewerbeschluss: 30. September 2011). Bisherige Preisträger finden Sie hier.
Wenn Sie noch Fragen haben, setzen Sie sich bitte noch heute mit unserem Team für die Zusammenarbeit mit der Lebensmittelwirtschaft in Verbindung.

